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Nick Hornby - A long way down!

Verfasst: 28.05.2006, 16:49
von aliena0811
Letztens beendet:
Vier Menschen treffen sich in der Silvesternacht auf einem Hochhausdach. Sie alle wollen sich aus sehr unterschiedlichen Gründen das Leben nehmen. Sie schließen einen Pakt und versprechen, es noch ein bisschen länger zu versuchen....
Was mir an dem Buch besonderes gefallen hat, ist der Schreibstil. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sichtweise der vier Hauptpersonen erzählt. Man erkennt in ihrer Erzählweise viel über die unterschiedlichen Persönlichkeiten. Außerdem habe ich erleichtert festgestellt, dass das Ende keine Friede-Freude-Eierkuchen-Happy End ist. Kein Wunder geschieht und löst auf einmal die Probleme der Charaktere....
Lest selbst, wie Nick Hornby diese Geschichte enden ließ... Sehr zu empfehlen!

Verfasst: 28.05.2006, 16:49
von Anzeige

Verfasst: 06.08.2006, 20:10
von Andreas
Seite 34 macht glaube ich alles deutlich. Einer der Hauptcharaktere, nämlich Jess, eine durchgedrehte 18 jährige, die wie alle anderen auch wohl wirklich besser von dem Hochaus gesprungen wäre, spricht den Leser direkt an.
"[...] I don't know you. The only thing I know about you is, you're reading this.[...] Well, fucking shut up then. Stick your smile up your saggy old arse."

Nach diesen besinnlichen Worten legte ich das Buch für einige Minuten, ich lag gerade gemütlich im Freibad, zur Seite und überlegte ernsthaft, ob ich darüber lachen soll oder ob ich beleidigt war. Ein Schmunzeln konnte ich mir jedoch nicht verkneifen und hab es dann doch zuende gelesen.

Oberflächlich betrachtet ist das Buch ziemlich dröge und die Charaktere entwickeln sich langsam bis gar nicht. Aber irgendwie ist das wohl dummerweise genau, was Nick Hornby bezweckt hat und irgendwie passt es ja auch. Wenn man gerne dem unterschwelligen Brodeln völlig überzogener Charaktere lauscht und es mit etwas Humor und Gelassenheit liest, ist es ein ganz nettes Stück Pop-Literatur...denke ich...

Aber nachdem mich ein älterer Herr jüngst in der Caspar David Friedrichs Ausstellung in Essen, wo ich mit Anja war, darauf aufmerksam machte, dass die klassische, deutsche Literatur ja nicht mehr vermittelt würde und man da wohl etwas verpasse (ihr könnt euch vllt vorstellen wie man sich da fühlt, wenn er einem dabei sanft über die Schultern streicht.), lese ich nun mal Schillers "Die Räuber" (Ohne Anspielung auf den alten Herrn "O einen Vorschmack dieser Wollust. Küsse mich göttlicher Greis!") und fröhne meiner Vorliebe für extreme Kontraste...

Verfasst: 06.08.2006, 20:14
von aliena0811
Sehr schön. danke auch nochma für die richtigstellung des schillerzitates. ich hab jetz leider schon dein t-shirt mit "oh küss mich, lüsterner greis" drucken lassen. aber ich denke ma dat is kein problem, oder?

Verfasst: 06.08.2006, 20:15
von Andreas
"Well, fucking shut up then. Stick your smile up your saggy old arse."

Nein ist kein Problem :)

Verfasst: 06.08.2006, 20:17
von aliena0811
Man merkt schon, dass du quasi komplett ohne Kultur und Schiller aufgewachsen bist! Keine Manieren!!!!!
8)

Verfasst: 06.08.2006, 20:18
von Andreas
Kontraste Anja, KONNNTRRRAAAAsste!!!!

BTW: Suche gerade angestrengt nach Manieren bei Schiller. Ob es wohl ein Indiz für gute Manieren ist seinen Vater in den Tod zu treiben, Städte in Brand zu setzen, die geliebte seines Bruders, oder Nonnen vergewaltigen zu wollen bzw. zu vergewaltigen? Naja, das muss wohl diese Geschichte mit der Umgekehrten Psychologie oder so sein...

Verfasst: 06.08.2006, 20:19
von aliena0811
So würd ich dat auch nennen